Kameradschaft, Einsatz und Stolz: Die Panzergrenadiere feiern 75 Jahre

    Am 14. August 2026 findet auf dem Waffenplatz Thun ein grosser Kameradentag zum 75‑jährigen Bestehen der Schweizer Panzergrenadiere statt – ein Anlass, der auf die Initiative von Olivier Laube, Hauptmann a. D. und Kommunikationsexperte zurückgeht und von Divisionär a. D. Ulrich F. Zwygart unterstützt wird. Beide geben im Interview Einblick in die Bedeutung des Jubiläums, den besonderen Geist der Panzergrenadiere und ihre Rolle in der modernen Armee.

    (Bilder: zVg) Olivier Laube, Initiant, Hauptmann a. D. und Kommunikationsexperte (links) und Divisionär a. D. Ulrich F. Zwygart engagieren sich gemeinsam für den Kameradentag zum 75‑jährigen Jubiläum der Schweizer Panzergrenadiere.

    Der 75. Geburtstag der Schweizer Panzergrenadiere wird am 14. August 2026 auf dem Waffenplatz Thun mit einem grossen Kameradentag gefeiert. Wie entstand diese Idee?
    Olivier Laube: Ich hatte die Idee, einmal einen Anlass für die Pz Gren durchzuführen, und fragte im Herbst 2025 den damaligen Kdt LVb Pz/Art, Brigadier Yves Gächter, was er davon halten würde. Seine Antwort war überraschend: «Im 2026 feiern die Pz Gren ihr 75-jähriges Bestehen. Lass uns diesen Geburtstag zum Anlass für eine Zusammenkunft vieler Pz Gren nehmen». Also machte ich mich an die Arbeit und stellte ein OK zusammen. Meinen ehemaligen Klassenlehrer in der Offiziersschule, den späteren Divisionär Ulrich Zwygart, fragte ich, ob er die Schirmherrschaft übernehme.

    Was bedeutet dieses Jubiläum persönlich für Sie?
    Ulrich F. Zwygart: Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die Verdienste von vielen Pz Gren Kameraden zu würdigen und sich – oft nach vielen Jahren – wieder einmal in der Heimatstätte der Pz Gren, auf dem Waffenplatz Thun, wiederzusehen und über gemeinsame Erlebnisse zu plaudern. Gleichzeitig bietet es uns die Möglichkeit, Flagge zu zeigen für unsere Armee und die Bedeutung der Kampftruppen auf dem Weg zur Verteidigungsfähigkeit hervorzuheben.

    Warum sind die Panzergrenadiere auch nach 75 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Armee?
    Ulrich F. Zwygart: Weil sie ein unverzichtbares Element sind für das Gefecht der verbundenen Waffen und damit für die Verteidigungsfähigkeit der gesamten Armee.

    Wenn Sie den Geist der Panzergrenadiere in drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?
    Olivier Laube: Kameradschaft, Einsatz und Stolz

    Was bedeuten diese drei Begriffe für Sie persönlich?
    Olivier Laube: Wir Pz Gren gehören zur Elite der Kampftruppen. Das bedeutet, dass ein Pz Gren physisch und psychisch fit sein muss. Wir werden dort eingesetzt, wo es darum geht, «die Kohlen aus dem Feuer zu holen». Das sind harte Einsätze, die einem alles abverlangen, und die man nur in der Kameradschaft mit anderen erfolgreich abschliesst. Darauf können wir stolz sein.

    Auf dem Waffenplatz Thun wird am 14. August das 75-jährige Bestehen der Schweizer Panzergrenadiere gefeiert.

    Viele ehemalige Panzergrenadiere sprechen von einer lebenslangen Verbundenheit. Worin liegt dieses besondere Gemeinschaftsgefühl?
    Ulrich F. Zwygart: Ja, das ist so. Dieses Gemeinschaftsgefühl resultiert, wie es vorhin Olivier gut geschildert hat, in anspruchsvollen Einsätzen bei Tag und Nacht, auch wenn man müde und ausgelaugt ist. Die Unterstützung der Kameraden bleibt in diesen Momenten unvergessen. Man weiss, dass man sich immer auf den anderen verlassen kann. Das ist sehr prägend und bleibt oft ein Leben lang.

    Worauf dürfen sich die Besucherinnen und Besucher am 14. August in Thun besonders freuen?
    Olivier Laube: Erstens freut sich wohl jeder und jede, wieder einmal die «alten» Kameraden zu sehen und zu hören, was aus ihnen geworden ist. Zweitens gibt der Anlass Gelegenheit, sich mit den jungen Pz Gren Kadern und Soldaten auszutauschen und sich Einblicke in den heutigen Alltag eines Pz Gren zu verschaffen. Und drittens hat das OK ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das hoffentlich allen gefallen und zu einem bleibenden Erlebnis beitragen wird.

    Was war die grösste Herausforderung bei der Organisation eines Anlasses dieser Grössenordnung?
    Ulrich F. Zwygart: In groben Zügen war das Programm rasch auf dem Papier. Aber dann ging es darum, Sponsoren zu gewinnen, damit dieser Anlass für alle Teilnehmenden gratis ist. Und auch wenn es sich um einen zivilen Anlass handelt, war die Unterstützung der Armee, allen voran Brigadier Reto Albert und sein LVb Pz/Art und Oberst i Gst Hansjörg Diener, Wpl Kdt, entscheidend. Wie bei vielen grossen Anlässen – wir erwarten in etwa 1’200 Teilnehmer – geht es dann auch um die Details. Hier hat das OK, allen voran Olivier Laube und Konrad Graf, tolle Arbeit geleistet.

    Welchen Stellenwert haben die Panzergrenadiere in der heutigen Welt des Hightech-Militärs, respektive wie sehen Sie die Zukunft der Panzergrenadiere in einer sich wandelnden sicherheitspolitischen Lage?
    Ulrich F. Zwygart: Auch im Zeitalter der Drohnen, der Robotik und von KI sind Bodentruppen von entscheidender Bedeutung für jede Armee, also auch für unsere. Pz Gren sind im Gefecht der verbundenen Waffen, zusammen mit Aufklärern, Kampfpanzer, Panzersappeuren, Artillerie, Fliegerabwehr und Logistiktruppen, ein wichtiges Element. Gelände kann nur verteidigt und gewonnen werden, wenn Bodentruppen eingesetzt werden. Die Pz Gren sind auch heute eine unverzichtbare Elitetruppe.

    Welche Botschaft möchten Sie der jungen Generation mitgeben, die heute ihren Militärdienst leistet?
    Olivier Laube: Herzlichen Dank für euer persönliches Engagement in unserer Milizarmee und zu Gunsten der Freiheit unseres Landes. Wir sind stolz auf euch.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Schweizer Panzergrenadiere?
    Ulrich F. Zwygart: Um auch in Zukunft kampftüchtig und erfolgreich zu sein, brauchen wir einsatzfreudige, gut trainierte und top ausgebildete Pz Gren. Ich bin überzeugt, dass unsere Armee das schafft. Aber die Politik muss auch dafür sorgen, dass die Pz Gren – und mit ihnen auch viele Teile der Milizarmee – mit modernen Kampfmitteln ausgerüstet sind. Eine Armee muss sich immer weiterentwickeln, darf nicht den Krieg von gestern vorbereiten und benötigt deshalb die Unterstützung vom Volk und den gewählten Politikern, die primär in der Verantwortung stehen.

    Interview: Corinne Remund

    www.pzgrenkameraden.ch

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